Krankenhaus Bergedorf macht auf die Bedeutung der Organspende aufmerksam

04. Juni 2026

Für 161 Menschen in Hamburg bedeutet die Hoffnung auf ein Spenderorgan die Chance auf ein Weiterleben oder eine deutlich bessere Lebensqualität. Dennoch fehlen weiterhin viele dokumentierte Entscheidungen zur Organspende. Zum Tag der Organspende macht das Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf deshalb auf die Bedeutung der persönlichen Willensentscheidung aufmerksam und informiert über seine Aufgabe als Entnahmekrankenhaus.

Als zugelassenes Entnahmekrankenhaus ist das Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf Teil des deutschen Organspendesystems. Kommen Patienten nach schwersten Hirnschädigungen als mögliche Organspender infrage, werden alle weiteren Schritte nach klar definierten medizinischen, ethischen und gesetzlichen Vorgaben geprüft und begleitet. Grundlage jeder Organspende ist dabei stets der dokumentierte oder bekannte Wille der betroffenen Person.

„Hinter jeder Organspende stehen Menschen – sowohl diejenigen, die auf ein Organ warten, als auch diejenigen, die mit ihrer Entscheidung anderen eine neue Perspektive ermöglichen können. Als Krankenhaus sehen wir, welche Bedeutung Organspenden für schwer kranke Patientinnen und Patienten haben. Deshalb ist es uns wichtig, über das Thema aufzuklären und Berührungsängste abzubauen“, sagt Ulla Berlit, Geschäftsführerin des Agaplesion Bethesda Krankenhauses Bergedorf.

Im Krankenhaus begleiten speziell geschulte Transplantationsbeauftragte mögliche Organspendeprozesse. Sie koordinieren die Abläufe, beraten die Behandlungsteams und stehen Angehörigen als Ansprechpartner zur Seite.

„Als Entnahmekrankenhaus sind wir Teil eines Netzwerkes, das weit über Bergedorf hinausreicht. Viele Menschen stehen einer Organspende grundsätzlich offen gegenüber. Häufig ist der eigene Wille jedoch nicht dokumentiert. Für Angehörige bedeutet das im Ernstfall oft zusätzliche Unsicherheit. Dabei schafft eine klare Entscheidung Orientierung – unabhängig davon, ob sie für oder gegen eine Organspende ausfällt. Unser Ziel ist es, sachlich aufzuklären und die Menschen zu ermutigen, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen“, sagt Dr. Gesine Janssen, Oberärztin Intensivmedizin und Transplantationsbeauftragte des Bergedorfer Krankenhauses.

Die Organspende unterliegt in Deutschland strengen gesetzlichen Regelungen. Voraussetzung für eine mögliche Organentnahme ist unter anderem die eindeutige Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls durch besonders qualifizierte Ärztinnen und Ärzte. Die weitere Organisation erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).

„Viele Menschen im Hamburg kennen jemanden, der auf eine Transplantation angewiesen ist oder bereits von einer Organspende profitiert hat. Trotzdem wird die eigene Entscheidung oft aufgeschoben. Dabei kann ein ausgefüllter Organspendeausweis oder ein Eintrag im Register für die Angehörigen im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen“, so Janssen.

Bild von geralt auf pixabay

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