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Dr. med. Frank Trostdorf
Dr. med. Frank Trostdorf
Chefarzt
Klinik für Neurologie
AGAPLESION BETHESDA KRANKENHAUS BERGEDORF
Glindersweg 80
21029 Hamburg
(040) 725 54 - 12 71
(040) 725 54 - 12 72

Klinik für Neurologie

Die Neurologie beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur.

Neben den häufigen Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, Multiple Sklerose oder Epilepsie sind wir im Alltag auch mit einer Vielzahl seltenerer Erkrankungen konfrontiert.

Der Anspruch unseres Teams  ist es, Ihnen bei allen Erkrankungen unseres Faches eine Diagnostik und Behandlung nach dem aktuellen medizinischen Stand anzubieten. Die Orientierung an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist in einer sich so dynamisch entwickelnden Disziplin wie der Neurologie von größter Bedeutung und uns ein besonderes Anliegen.

Von ebenso großer Bedeutung sind für uns die persönliche Zuwendung und die transparente Information über alle relevanten Aspekte der Erkrankungen unserer Patientinnen und Patienten.

Darum bemühen wir uns mit allen beteiligten Berufsgruppen Tag für Tag.

Bei neurologischen Notfällen sind wir rund um die Uhr in der Notaufnahme des Krankenhauses präsent. Für spezifische Fragestellungen bieten wir bei Bedarf nach ärztlicher Zuweisung eine ausführliche Diagnostik im stationären Rahmen an, wofür nahezu sämtliche diagnostische Möglichkeiten unseres Faches zur Verfügung stehen.

Die Klinik verfügt über eine zertifizierte Stroke Unit zur Behandlung von Patienten mit akuten Schlaganfällen. Für die Versorgung von Patienten mit anderen akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen stehen darüber hinaus die Neurologische Allgemeinstation (Station 4), die interdisziplinäre Komfort-Station (Station 15) sowie die interdisziplinäre Intensivstation zur Verfügung.

Schwerpunkte des Leistungsspektrums

Schlaganfallbehandlung

Schlaganfallbehandlung

Der Schlaganfall gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen und ist gleichzeitig die Erkrankung, die am häufigsten zu bleibenden Behinderungen bei den Betroffenen führt. Schlaganfälle entstehen als Folge eines Gefäßverschlusses (Hirninfarkt) oder durch ein eingerissenes Glutgefäß (Hirnblutung).

Wenn es zu einem Schlaganfall kommt, ist schnelles Handeln erforderlich, um Sterblichkeit und drohende Behinderung zu reduzieren. Denken Sie bei plötzlich einsetzenden Symptomen einschließlich Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen, Empfindungsstörungen und Koordinationsstörungen an einen Schlaganfall. Auch spontan rückläufige Symptome sind keineswegs ein Zeichen der Entwarnung. Reagieren Sie immer sofort und wählen den Notruf 112.

Hilfe rund um die Uhr

Im Bethesda Krankenhaus stehen rund um die Uhr Spezialisten zur Verfügung, die Ihre Versorgung übernehmen.

Die ersten Schritte in der Notaufnahme sind die Erfassung Ihrer Symptome und die Durchführung einer Bildgebung des Kopfes (Computertomographie oder Kernspintomographie). Diese Untersuchungen sind für die frühen Therapieentscheidungen nötig. Immer wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, wird eine medikamentöse Wiedereröffnung des Gefäßverschlusses (Thrombolyse) angestrebt. Daneben besteht bei schweren Schlaganfällen mit Verschluss eines großen Gefäßes die Möglichkeit, über eine Punktion in der Leiste einen Katheter bis zum Verschluss vorzuführen und diesen zu beseitigen (Thrombektomie).

Zertifizierte Stroke Unit

Bereits am Tag Ihrer Aufnahme im Krankenhaus beginnt die intensive Suche nach der Ursache Ihres Schlaganfalles, um möglichst schnell und gezielt das Auftreten weiterer Symptome zu verhindern.

Wir untersuchen Ihre Blutgefäße mittels Ultraschall und überwachen kontinuierlich wichtige Herz- und Kreislauffunktionen. Von besonderer Bedeutung ist bei der Ursachensuche nach einem Schlaganfall der Herzrhythmus. Dieser wird in der ersten Zeit nach einem Schlaganfall kontinuierlich an einem Monitor überwacht, wodurch sich Ihre Bewegungsfreiheit einschränkt. Allerdings ist die Suche nach spezifischen Herzrhythmusstörungen von größter Bedeutung, da sich im Falle eines Nachweises z.B. eines sogenannten Vorhofflimmerns bedeutende therapeutische Konsequenzen durch die Initiierung einer langfristigen, intensiveren Blutverdünnung durch sogenannte Antikoagulantien ergeben. Sollte die Überwachung auf unserer Stroke Unit hier keine Auffälligkeiten ergeben, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch ein erweitertes Monitoring durch Implantation eines sogenannten „Event-Recorders“ erforderlich werden.

Parallel zu den diagnostischen Maßnahmen beginnt schon am ersten Tag Ihres Aufenthaltes die gezielte Behandlung möglicher Funktionsstörungen (z.B. Lähmungen oder Sprachstörungen) durch unser spezialisiertes Team von Therapeuten.

Wir werden Sie im Verlauf Ihrer Behandlung genau über die Ursachen Ihres Schlaganfalles und Möglichkeiten zur Verhinderung weiterer Ereignisse in der Zukunft informieren. Sollten bei Ihnen Funktionsstörungen zurückbleiben, werden wir die weitere rehabilitative Behandlung organisieren.

Hilfreiche Fakten zum Schlaganfall

  • Schützen Sie ihr Gehirn vor einem Schlaganfall durch gesunde Ernährung und viel Bewegung
  • Achten Sie auf Ihren Blutdruck und Ihre Blutfettwerte und rauchen Sie nicht
  • Ein Schlaganfall kann jeden treffen - das Erkennen und schnelles Handeln können Leben retten und Behinderungen vermeiden
  • Nehmen Sie auch vorübergehende Symptome ernst
  • Rufen Sie bei Verdacht die 112
Kopfschmerz- und Schwindelerkrankungen

Kopfschmerz- und Schwindelerkrankungen

Kopfschmerzen und Schwindel gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden überhaupt. Vielfach liegen die Ursachen im neurologischen Bereich. Die Häufigkeit ist auch durch die Vielzahl unterschiedlicher Ursachen bedingt.

Unbedingte Voraussetzung für die richtige Behandlung ist das Erkennen der jeweiligen Ursache.

Es ist von besonderer Bedeutung, rasch behandlungsbedürftige Ursachen zu identifizieren. An diese ist unter anderem zu denken, wenn die Symptome akut auftreten und/oder von anderen Symptomen wie Übelkeit, Sehstörungen oder Gleichgewichtsstörungen begleitet sind. Aber auch chronische Beschwerden können schwierig in der Ursachenklärung und der Behandlung sein.

Ob akut oder chronisch - gerne bieten wir Ihnen unsere Hilfe an. Wir stehen Ihnen bei akuten Problemen in der Notaufnahme sowie bei chronischen Beschwerden z.B. im Rahmen eines stationären Aufenthaltes zur Verfügung. Sprechen Sie ggf. mit Ihrem Hausarzt oder Ihrem Neurologen.

Neuromuskuläre Erkrankungen

Neuromuskuläre Erkrankungen

Die große Gruppe der neuromuskulären Erkrankungen betrifft die Nerven, die Muskulatur sowie die Verbindungsstelle zwischen diesen Strukturen („motorische Endplatte“). Es kann zu Funktionsstörungen mit Einschränkungen der Kraftentwicklung und/oder Empfindungsstörungen einschließlich Schmerzen führen.

Bei den sogenannten Polyneuropathien stehen die Füße und Hände mit Empfindungsstörungen, Schmerzen und Lähmungserscheinungen im Vordergrund. Das Ausmaß reicht von einem leichten Kribbeln der Fußspitzen bis zu schweren Beeinträchtigungen beim Stehen und Gehen. Gerade bei im Verlauf zunehmenden Beschwerden ist eine intensive Abklärung möglicher Ursachen erforderlich. Bei vielen Patienten finden sich keine Hinweise auf eine Zuckererkrankungen oder chronischen Alkoholkonsum als die häufigsten Ursachen dieser Erkrankung. Gerade dann ist das Erkennen der Ursache von Bedeutung, da sich ganz erhebliche Behandlungskonsequenzen ergeben können. In einem ersten Schritt ist die genaue Art der Schädigung durch Nerven- und Muskelmessungen (Elektroneuroraphie und Elektromyographie) zu charakterisieren. Unterstützend können hier Ultraschalluntersuchungen der Nerven zum Einsatz kommen. Im Anschluss sind dann häufig ausführliche Blutuntersuchungen sowie die Suche nach möglichen Begleiterkrankungen erforderlich. Untersuchungen des Nervenwassers (Liquor) können zur Klärung beitragen. Gerade das Erkennen einer entzündlichen Ursache der Polyneuropathie, z.B. einer chronisch entzündliche, demyelinisierenden Polyneuropathie (CIDP) ist von hoher Bedeutung wegen der unterschiedlichen und häufig sehr langfristigen Behandlungsoptionen.

Die Diagnostik und Therapie von Muskelerkrankungen hat in unserer Klinik ebenfalls einen hohen Stellenwert. Als Partner im Neuromuskulären Zentrum Hamburg können wir hier auf sämtliche diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zurückgreifen.

Wir haben die Möglichkeit zu einer differenzierten neurophysiologischen und sonographischen Untersuchung der Muskulatur und lassen bei Bedarf die Entnahme von Muskelgewebe (Muskelbiopsien) in unserer Klinik durchführen. Die Möglichkeiten zur genetischen Diagnostik haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert und wir können sämtliche Analysen im Rahmen einer Humangenetischen Beratung in Kooperation mit der Gemeinschaftspraxis für Humangenetik & Genetische Labore (Dres. Peters, Kleier und Preusse) direkt hier im Bethesda Krankenhaus anbieten.

Weitere von uns als Schwerpunkte behandelte Erkrankungen sind die Myasthenia gravis, die Amyotrophe Lateralsklerose und entzündliche Neuropathien.

Neben der stationären Versorgung besteht die Möglichkeit einer Vorstellung in unserer Ambulanz für Neuromuskuläre Erkrankungen (Informationen und Terminvergabe unter Tel. 040-72554-1270) im Rahmen des Neuromuskulären Zentrums Hamburg.

Parkinsonsyndrome und andere Bewegungsstörungen

Parkinsonsyndrome und andere Bewegungsstörungen

Bewegungsstörungen zählen zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen, wobei nach Ursachen und Art der Symptome unterschiedliche Formen zu unterscheiden sind. Die häufigste Erkrankung ist hierbei der Morbus Parkinson. Bei dieser Erkrankung stehen eine Bewegungsarmut (Brady- bzw. Hypokinese), ein Zittern vornehmlich der Hände (Tremor), eine Veränderung der Muskelspannung (Rigor) sowie Schwierigkeiten bei der Stabilität des Stehens und Gehens (posturale Instabilität) im Vordergrund. Darüber hinaus stellen viele andere Symptome in Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung eine deutliche Belastung für die Betroffenen dar. Hierzu zählen Schmerzen, Schlafstörungen, Depressionen, Schwierigkeiten mit der Verdauung und der Blasenentleerung sowie Gedächtnisstörungen.

Klinische Diagnose mit Unterstützung durch Bildgebung

Wie bei allen Bewegungsstörungen kommt auch beim Morbus Parkinson der Beurteilung der einzelnen Symptome und deren Zusammenführung zu einem Syndrom eine besondere Bedeutung zu. Hierauf basiert die Diagnose sämtlicher Bewegungsstörungen in der Neurologie ganz wesentlich.

Unterstützend kommen überwiegend Verfahren der Bildgebung zum Einsatz. Einfach in der Anwendung ist der in unserer Klinik durchgeführte Ultraschall des Hirnparenchyms. Der Nachweis von Veränderungen im Bereich der Substantia nigra kann neben Verfahren der strukturellen Bildgebung (MRT) die diagnostische Sicherheit erhöhen. Wichtig ist die Abgrenzung gegenüber anderen Parkinsonsyndromen neben dem Morbus Parkinson (sogenannte „atypische Parkinsonsyndrome“).

Die Therapie des Morbus Parkinson beinhaltet die medikamentöse und nicht medikamentöse Therapie sowohl der Leitsymptome als auch der zahlreichen und häufig sehr einschränkenden Begleitsymptome.

Diagnostische Evaluation und Therapieoptimierung

Im Rahmes eines stationären Aufenthaltes in unserer Klinik bieten wir Unterstützung bei diagnostischen Fragestellungen sowie Möglichkeiten zur Therapieoptimierung an. Neben der Überprüfung medikamentöser Behandlungen stehen die therapeutischen Leistungen aus den Bereichen der Physiotherapie, physikalischer Therapie, Ergotherapie und Logopädie im Vordergrund. Spezifische Maßnahmen im Bereich des Gangtrainings einschließlich der Sturzprophylaxe können angeboten werden.

Parkinson-Komplexbehandlung

Parkinson-Komplexbehandlung

Der Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Bei dieser Erkrankung stehen eine Bewegungsarmut (Brady- bzw. Hypokinese), ein Zittern vornehmlich der Hände (Tremor), eine Veränderung der Muskelspannung (Rigor) sowie eine Instabilität des Stehens und Gehens (posturale Instabilität) im Vordergrund.

Die Diagnose erfolgt durch die klinische Untersuchung, v.a. mittels bildgebender Diagnostik (Sonographie, MRT, ggf. nuklearmedizinische Untesuchungen) ermöglichen wir die Abgrenzung gegenüber „atypischen Parkinsonsyndromen“ und anderen ursächlichen Erkrankungen.

Aufgrund des chronisch fortschreitenden Krankheitsverlaufs und der regelhaft auftretenden Begleitsymptome kann die Therapieoptimierung im ambulanten Bereich erschwert bis unmöglich sein. In diesen Fällen bieten wir die Parkinson Komplexbehandlung an:    

Hier steht das multiprofessionelle Konzept, welches eine enge Zusammenarbeit neurologischer Fachärzt*innen mit unseren Therapeut*innen (Physio-, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie) vorsieht, im Mittelpunkt.

Im Rahmen der Komplexbehandlung ist es uns möglich, einerseits eine deutlich intensivere therapeutische Behandlung mit mindestens 7.5 Therapiestunden pro Woche  und andererseits eine längere stationäre Behandlung (in der Regel 2 Wochen) anzubieten, um den parkinsonbedingten Beschwerden vollends gerecht zu werden. In diesem Zeitraum erfolgt die Optimierung der Beweglichkeit durch Einstellung der medikamentösen Therapie -ggf. auch mit Pumpensystemen-, aber auch die Behandlung von nicht-motorischen Symptomen (z.B. Schwindel, Inkontinenz, Demenz, Depression, Halluzinationen, Speichelfluss) die im Rahmen der Parkinsonerkrankungen regelhaft auftreten.

Die Einweisung kann durch Ihren behandelnden Neurologen oder den Hausarzt erfolgen.

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose ist die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Bei einem schubförmigem oder chronisch progredientem Verlauf können sehr unterschiedliche Symptome im Verlauf der Erkrankung auftreten. Häufig sind hierbei Sehstörungen, Empfindungsstörungen, Koordinationsstörungen oder Lähmungserscheinungen.

Die richtige Diagnose

Die Diagnosestellung beinhaltet neben der gründlichen Befragung des Patienten bezüglich aktueller und zurückliegender Symptome eine klinische  Untersuchung zur Erfassung bestehender Funktionseinschränkungen sowie zusätzliche diagnostische Maßnahmen, zu denen vornehmlich die Bildgebung (Kernspintomographie), Messungen spezifischer Nervenbahnen (sog. evozierte Potentiale)  und die Untersuchung des Nervenwassers (Liquorpunktion) zu zählen sind.

Mit Hilfe dieser Untersuchungen erfolgt auch die Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung.

Unterdrückung der Krankheitsaktivität als Behandlungsziel

Die zunehmenden therapeutischen Möglichkeiten gehen einher mit komplexeren Therapienentscheidungen unter besonderer Berücksichtigung des Nutzens und des spezifischen Risikos der jeweiligen Therapie. Gerade in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung sind hier zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen.

Ziel einer medikamentösen Therapie der Multiplen Sklerose ist heute die Verhinderung einer anhaltenden Krankheitsaktivität, die vornehmlich über Entwicklung neuer Symptome bzw. eine Verschlechterung bestehender Symptome sowie unterstützend durch die Bildgebung des Gehirns, (Kernspintomographie) gemessen wird, welche unverzichtbarer Bestandteil des Therapiemonitorings ist.

Auch erfordern viele der heute zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen weitere Kontrollen insbesondere verschiedener Blutwerte. Schließlich ist der suffiziente Umgang mit Nebenwirkungen in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der Medikamentengabe von Bedeutung.

Breites Spektrum diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten

Neben dem Angebot einer umfassenden differentialdiagnostischen Abklärung besteht in unserer Klinik die Möglichkeit zur Schubtherapie, in Kooperation einschließlich der Durchführung einer Blutwäsche (Plasmapherese) bei schweren Schüben, die auf die übliche Behandlung mit Steroiden nicht ansprechen. Zudem kann nach Zuweisung durch niedergelassene Neurologen eine Evaluation Ihrer bestehenden Therapie erfolgen und ggf. Infusionstherapien durchgeführt werden.

Für die Linderung der unterschiedlichen Krankheitssymptome der Multiplen Sklerose stehen außerhalb der verlaufsmodifizierenden Therapie zahlreiche Behandlungsoptionen zur Verfügung. Hierzu zählen insbesondere die Behandlung einer erhöhten Muskelspannung (Spastik), der vermehrten Abgeschlagenheit und Antriebsarmut (Fatigue) sowie von Störungen der Blasenentleerung.

Epilepsien

Epilepsien

Bei einer Epilepsie besteht eine erhöhte angeborene oder erworbene Bereitschaft des Gehirns zur unkontrollierten Entladung von Nervenzellen bzw. Nervenzellverbänden, was sich bei Auftreten epileptischer Anfälle unter anderem durch rhythmische Bewegungen der Extremitäten (Kloni) und Bewusstseinsstörungen äußern kann.

Neben der Klassifikation der Epilepsie nach Anfallstyp und Ursache auch in Kenntnis spezifischer epileptischer Syndrome steht die medikamentöse Behandlung im Zentrum. Die medikamentösen Strategien erfordern nach initialer Monotherapie bei einem nicht ausreichenden therapeutischen Ansprechen häufig Überlegungen bzgl. eines möglichen Präparatewechsel oder einer Kombinationstherapie unter Berücksichtigung der verschiedenen Wirkmechanismen der einzelnen in der Behandlung der Epilepsie zugelassenen Substanzen, möglicher Nebenwirkungen und relevanter Interaktionen mit einer möglichen Begleitmedikation. Bei medikamentöser Behandlungsresistenz einer Epilepsie, die sich über das fortbestehende Auftreten epileptischer Anfälle trotz des Einsatzes von mindestens zwei ausreichend dosierten Medikamenten definiert, sind bei einigen Formen der Epilepsie ggf. diagnostischen Maßnahmen mit Blick auf eine mögliches chirurgisches Vorgehen („Epilepsiechirurgie“) zu prüfen.

Von hoher Relevanz sind bei der Erkrankung aufgrund der potentiellen Gefährdung beim Auftreten epileptischer Anfälle auch Fragen zu Ausbildung und Beruf sowie Kraftfahreignung. Bei einer geplanten Schwangerschaft ergeben sich häufig Fragen im Kontext der medikamentösen Therapie.

Differenzierte Diagnostik durch Bildgebung und EEG

Die Diagnose und genaue Ursachenabklärung einer Epilepsie erfordert häufig neben Befunden der Bildgebung (Kernspintomographie) eine differenzierte neurophysiologische Diagnostik (Elektroenzephalogramm, EEG), zu der auch unterschiedliche Provokationsmethoden gehören (Hyperventilation, Flickerlicht, Schlafentzug), wodurch sich die Aussagekraft der Untersuchung im Einzelfall erhöhen kann.

Bei einigen Patienten kann für die Diagnose ein Abgrenzung zu anderen anfallsartigen Erkrankungen mit Bewusstlosigkeit (Synkopen) erforderlich sein. Hier müssen dann zusätzliche diagnostische Maßnahmen insbesondere zur Beurteilung von Herz- und Kreislauffunktionen zum Einsatz kommen. Hierzu zählen Langzeitmessungen von Blutdruck und  Herzrhythmus (EKG). Bei Bedarf kann auch eine längerfristige Überwachung der Herzfunktion durch Implantation eines sogenannten „Event Recorders“ erforderlich werden. Auch diese Maßnahme können wir in Kooperation mit der Klinik für Kardiologie anbieten.

Demenzerkrankungen

Demenzerkrankungen

Keine andere Gruppe von Erkrankungen zeigt eine so deutliche Zunahme der Häufigkeit in Anbetracht der Veränderungen der Bevölkerungsstruktur mit Zunahme von Menschen in höherem und hohen Lebensalter wie die Demenzerkrankungen und nur wenige andere Erkrankunken haben einen so starken Einfluß nicht nur auf den Lebensalltag der Betroffen sondern auch der Angehörigen bzw. des sozialen Umfeldes.

Die häufigen Symptome wie Gedächtnisstörungen, Orientierungsstörungen, Störungen höherer Hirnfunktionen wie Sprache, Lesen, Schreiben und Rechnen oder Verhaltensänderungen und Änderungen der Persönlichkeit können sich sehr langsam entwickeln und Schwierigkeiten zur Abgrenzung z.B. einer normalen altersabhängigen Abnahme der Gedächtnisfunktion bestehen. Auch aus diesem Grund ist eine umfassende diagnostische Aufarbeitung bei der Beobachtung entsprechender Symptome, häufig zu Beginn durch Lebenspartner bzw. nahe Bezugspersonen, von hoher Relevanz.

Besteht eine Demenz und wenn ja, was ist die Ursache?

Die Klärung der Frage, ob eine Demenz vorliegt, erfolgt in der Regel bei einer alltagsrelevanten Beeinträchtigung durch eine neuropsychologische Testung, bei der die unterschiedlichen Funktionsbereiche des Gehirns (u.a. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration, Sprache) spezifisch durch geschultes Personal getestet werden. In einem weiteren Schritt ist bei entsprechenden Auffälligkeiten in diesen Tests eine Klärung der potentiellen Ursachen erforderlich. Neben häufigen Demenzformen wie der Demenz vom Alzheimer Typ oder der sogenannten vaskulären Demenz auf dem Boden von Durchblutungsstörungen des Gehirns existieren zahlreiche seltenere Demenzformen bzw. spezifische Ursachen, die unbedingt geklärt und ggf. auch behandelt werden müssen. Hierfür sind in der Regel Maßnahmen der Bildgebung (Kernspintomographie) sowie unterschiedliche Analysen des Blutes und des Nervenwassers (Liquor) erforderlich. Daneben spielt die Erkennung und korrekte Zuordnung möglicher Begleitsymptome im Rahmen einer Demenz (z.B. Bewegungsstörungen einschließlich Gangstörungen, spezifische Verhaltens- und Persönlichkeitsänderungen, und Trugwahrnehmungen (Halluzinationen)) ein wichtige Rolle.

Trotz intensiver Bemühungen haben sich in den letzten Jahren keine wesentlichen Verbesserungen bei spezifischen Behandlungsmöglichkeiten ergeben. Daher müssen unterstützende Therapien einschließlich Maßnahmen der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie, symptomatische medikamentöse Behandlungsoptionen unterschiedlicher Symptome (z.B. Schlafstörungen, Depressionen, Verhaltensauffälligkeiten etc.) in besonderem Maße Berücksichtigung finden.

Unterstützung im Alltag

Wir bieten in unserer Klinik umfassende Diagnostik bei Verdacht auf das Vorliegen einer Demenz an. Wenn die Zuordnung zu einer spezifischen Demenzerkrankung erfolgt ist, planen wir mit Ihnen die erforderlichen Maßnahmen im Hinblick auf eine medikamentöse Behandlung und Begleittherapien zur Unterstützung von Alltagsfunktionen.

Bei Notfallzuweisungen ist der neurologische Dienstarzt unter Tel.: 040-72554-2220 jederzeit erreichbar.

Für elektive Zuweisungen erfolgt eine Terminvereinbarung über das Sekretariat der Klinik für Neurologie unter Tel. 040-72554-1270 
Wir sind bemüht, Aufnahmetermine bei Bedarf innerhalb weniger Tage nach Anmeldung zu realisieren.

Ferner bieten wir folgende Möglichkeit zur Anmeldung ambulanter Termine an:

 

  • Privatsprechstunde Chefarzt Dr. Trostdorf
    wann: nach Vereinbarung
    wo: Haus F., 1. Stock, Sekretariat Neurologie
     
  • Neuromuskuläre Sprechstunde im Rahmen des Neuromuskulären Zentrums
    wann: Mo. 13:00-14:00 Uhr, Do. 14:00-15:00 Uhr
    wo: Haupteingang, an der Information links und dann wieder links zur Patientenannahme
    ​​​​​​​wie: Einweisung
     
  • Ambulanz für prästationäre Diagnostik
    wann: nach Vereinbarung
    wo: Haus F, 1. Stock, Sekretariat Neurologie
    wie: Einweisung

Die Klinik für Neurologie verfügt über die volle Weiterbildungsverfugnis von 48 Monaten.

Weitere Inormationen zur ärztlichen Weiterbildung finden Sie hier.

Zertifizierungen

Stroke Unit

Neuromuskuläres Zentrum

Cardiac Arrest Center

Terminvereinbarung

Terminvereinbarung

Montag bis Freitag 09:00 bis 16:00 Uhr:

T (040) 725 54 - 12 71

alle Versicherungformen (gesetzlich, privat, mit Zusatzversicherung, Selbstzahler)

Rückrufservice

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Leitende Ärzte & Sekretariat

Dr. Frank Trostdorf

Chefarzt


Florian Ehlers

Leitender Oberarzt

  • Neurologie

Dr. Felix Flötotto

Oberarzt

  • Neurologie

Dr. Johanna Kettenburg

Oberärztin

  • Neurologie

Katja Allerborn

Pflegerische Leitung Neurologie


Brunhild Peters

Pflegerische Leitung Stroke Unit


Ines Maaß

Sekretariat