26. Oktober 2026
„Die Zertifizierung unseres Darmkrebszentrums ist ein bedeutender Erfolg für das gesamte Krankenhaus. Wir sind stolz, nun eines von insgesamt acht zertifizierten Darmkrebszentren in Hamburg zu sein“, sagt Ulla Berlit, Geschäftsführerin des Agaplesion Bethesda Krankenhauses Bergedorf. „Eine Krebserkrankung stellt das Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf. Umso wichtiger ist die Gewissheit, wohnortnah auf eine Behandlung vertrauen zu können, die höchsten Qualitätsanforderungen entspricht. Die Zertifizierung macht sichtbar, mit welchem Engagement und welcher fachlichen Kompetenz unsere Teams täglich für die Patientinnen und Patienten da sind.“
Die Zertifizierung bescheinigt dem Darmkrebszentrum eine umfassende und fachübergreifende Betreuung entlang des gesamten Behandlungswegs – von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge. Im Zentrum arbeiten Expertinnen und Experten aus Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie sowie spezialisierte Pflegekräfte und weitere Berufsgruppen Hand in Hand. Alle Behandlungsentscheidungen werden gemeinsam in einer interdisziplinären Tumorkonferenz getroffen.
Das Darmkrebszentrum bündelt dabei sämtliche Kompetenzen, die für die Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Darmkrebs erforderlich sind. Ziel ist es, jeder Patientin und jedem Patienten eine individuell abgestimmte Behandlung nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ermöglichen. Regelmäßige Qualitätskontrollen, standardisierte Abläufe und die enge Vernetzung aller Beteiligten sorgen dafür, dass die Versorgung kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt wird.
„Die Behandlung von Darmkrebs erfolgt in einem interdisziplinären Team“, sagt PD Dr. Dr. Helge Bruns, Chefarzt der Chirurgie. „Entscheidend ist, dass alle beteiligten Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten und für alle Patientinnen und Patienten die bestmögliche Therapie erfolgt.. Die Zertifizierung bestätigt, dass diese Zusammenarbeit in unserem Darmkrebszentrum strukturiert, verlässlich und auf einem hohen fachlichen Niveau durchgeführt wird.“
Auch Dr. Peter Baltes, Chefarzt der Inneren Medizin, sieht in der Auszeichnung einen wichtigen Erfolg: „Für die Zertifizierung mussten wir nachweisen, dass unsere Patientinnen und Patienten entlang des gesamten Behandlungswegs nach klar definierten Qualitätskriterien betreut werden – von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge. Die erfolgreiche Zertifizierung zeigt, dass wir nicht nur über ausgewiesene Expertise verfügen, sondern auch über etablierte Prozesse, die eine bestmögliche Versorgung sicherstellen.“
Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Jährlich erkranken mehr als 50.000 Menschen neu an einem Tumor des Dick- oder Mastdarms. Statistisch entwickelt etwa jede zwanzigste Person im Laufe ihres Lebens Darmkrebs. Besonders häufig tritt die Erkrankung im höheren Lebensalter auf: Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist älter als 70 Jahre. Ein erhöhtes Risiko besteht zudem für Menschen mit familiärer Vorbelastung.
Für den Behandlungserfolg ist eine möglichst frühe Diagnose entscheidend. Wird Darmkrebs rechtzeitig erkannt, bestehen heute sehr gute Heilungschancen. Die Therapie umfasst je nach Krankheitsstadium operative Verfahren sowie ergänzend eine Chemo- und gegebenenfalls Strahlentherapie.
Ein zentraler Baustein der Versorgung ist die wöchentliche interdisziplinäre Tumorkonferenz. Hier beraten Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam über jeden einzelnen Fall und legen die bestmögliche Behandlungsstrategie fest.
„Hier werden sämtliche Untersuchungsergebnisse gemeinsam bewertet und für jede Patientin und jeden Patienten individuelle Therapieempfehlungen festgelegt“, erläutert Bruns. „So stellen wir sicher, dass jede Entscheidung auf der Expertise verschiedener Fachrichtungen basiert.“
Die organisatorische Koordination des Darmkrebszentrums liegt bei Niehls Kurniawan, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie und Dr. Carsten Möllmann, Facharzt für Viszeralchirurgie. Sie begleiten die Weiterentwicklung der Strukturen und sorgen für die enge Verzahnung der beteiligten Fachbereiche. „Eine Krebsdiagnose wirft für Betroffene und ihre Angehörigen viele Fragen auf und bedeutet oft eine große Verunsicherung“, sagt Kurniawan. „Unser Anspruch ist es, die Patientinnen und Patienten durch alle Phasen der Behandlung zu begleiten und ihnen eine koordinierte Versorgung aus einer Hand zu bieten. Die Zertifizierung bestätigt, dass die medizinischen, pflegerischen und organisatorischen Abläufe in unserem Zentrum eng miteinander verzahnt sind.“
Neben der medizinischen Behandlung spielen auch Begleitung und Beratung eine wichtige Rolle. Daher umfasst das Angebot des Darmkrebszentrums unter anderem psychoonkologische Unterstützung, Ernährungsberatung, Sozialdienstleistungen sowie eine strukturierte Nachsorge. Sollte im Rahmen der Behandlung die Anlage eines künstlichen Darmausgangs erforderlich werden, begleitet eine speziell ausgebildete Stomatherapeutin die Betroffenen umfassend.
Darüber hinaus ist das Darmkrebszentrum eng mit niedergelassenen gastroenterologischen und onkologischen Praxen, Krebsberatungsstellen, Selbsthilfegruppen sowie ambulanten und stationären Palliativ- und Hospizdiensten vernetzt. So wird eine möglichst lückenlose Versorgung auch über den Krankenhausaufenthalt hinaus gewährleistet.
Termine im Darmkrebszentrum werden nach vorheriger Anmeldung vergeben. Das Sekretariat ist montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer 040 72554-1211 erreichbar.